Seniorenarbeit wird in der Stadt Gunzenhausen aktiv gestaltet
Wie kann ein gutes Leben im Alter zukünftig aussehen? Insbesondere diese Frage stand im Mittelpunkt eines inspirierenden Austauschs, als Vertreterinnen und Vertreter des Gunzenhäuser Seniorenbeirats sowie Netzwerkpartner des „Runden Tisches für Seniorenfragen“ im vergangenen Herbst gemeinsam mit Fraktionen des Stadtrats engagiert Perspektiven für eine zukunftsweisende Seniorenpolitik entwickelten. Mit spürbarer Energie und einer großen Portion Optimismus wurden transparent denkbare Lösungen diskutiert, welche zielgerichtet umgesetzt, das Leben älterer Menschen lebendig, selbstbestimmt und verbunden machen können.
„Im Zentrum der Gespräche stand die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Stadtrat und unserem Gremium, dem Seniorenbeirat“, so der Vorsitzende des Gunzenhäuser Seniorenbeirats, Thomas Thill. „Außerdem haben wir über einen besseren Zugang zu kulturellen Angeboten für ältere Menschen beraten und über die Entwicklung eines seniorengerechten Quartierskonzepts gesprochen. Gemeinsam wollen wir tragfähige und alltagstaugliche Wege finden, damit Seniorinnen und Senioren möglichst lange in ihrem vertrauten Umfeld leben und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“
Einen starken Impuls setze die Veranstaltung unter dem Motto „Begegnung(t)räume für ein gesundes Alter schaffen“. Als Gastreferentin berichtete Ariane Winter aus der Gemeinde Büchenbach von ihren Erfahrungen in der Quartiersarbeit. Sie machte deutlich, wie wichtig eine zentrale Koordinationsstelle mit „Kümmerfunktion“ für die konkrete Unterstützung von älteren Mitmenschen sein kann. Werden „Kümmerer“ sinnvoll eingesetzt, so können sie nicht nur kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sein, sondern zugleich Wegweiser und Netzwerker.
Die demografische Entwicklung unterstreicht den Handlungsdruck deutlich, denn auch in der Stadt Gunzenhausen steigt der Anteil der über 65-Jährigen. Bis 2035 soll dieser rund 30 Prozent an der Gesamtbürgerschaft ausmachen. „Fast zwangsläufig rückt die ältere Generation damit stärker in den Fokus“, erklärt der darauf angesprochene Erste Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen, Matthias Hörr. „Die Stadtentwicklung sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. So steigt die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Infrastruktur und unsere Mobilitätsangebote müssen an die Bedürfnisse angepasst werden. Das Ziel ist eine lebendige Stadt, in der sich alle Generationen wohlfühlen.“
Dabei kann ein zentraler Baustein die seniorengerechte Quartiersentwicklung sein. Sinnvollerweise bildet diese drei Säulen ab: „Wohnen und Grundversorgung“, „Unterstützung und Pflege“ sowie „Beratung und soziale Netzwerke“. „Die Chancen einer weitsichtigen Quartiersentwicklung wurden in konstruktiven Arbeitsgruppen ausführlich diskutiert“, ergänzt Thomas Thill. „Dazu wurden die großen Herausforderungen angesprochen. Wir wissen, dass es Hürden gibt und Netzwerkpartner zusammenarbeiten müssen. Gleichzeitig ist klar, dass die Umsetzung Geld kostet und eine Finanzierung langfristig gesichert sein muss. Dazu braucht es sicher zusätzliches Personal und die passenden Räume. Auf solche Fragen finden wir nur gemeinsam Antworten und darum müssen wir uns austauschen.“
Als konkrete Option wurden u.a. sog. „GutePflege-Lotsen“ genannt. Diese können eine wertvolle Unterstützung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sein. Sie gehen aktiv auf Betroffene zu, bieten niedrigschwellige Beratung an, leisten organisatorische Hilfe und vernetzen relevante Akteure, um die pflegerische Versorgung sowie Pflegeprävention vor Ort zu stärken.
Denn letztlich geht es um mehr als Versorgungsstrukturen, es geht um Lebensqualität, Teilhabe und echte Begegnung. Mit Leidenschaft setzt sich der Gunzenhäuser Seniorenbeirat hierfür ein. Die gemeinsame Arbeit von Verwaltung, Stadtrat, Seniorenbeirat und Netzwerkpartnern zeigt: Die Stadt Gunzenhausen steht am Beginn einer hoffnungsvollen Entwicklung hin zu einer Stadt, in der gutes Altern möglich und sichtbar wird.