Gunzenhausen wird für vorbildliche Waldbewirtschaftung ausgezeichnet
Gunzenhausen stellt mit seiner nachhaltigen Waldpolitik die Weichen für die Zukunft – und wird dafür mit dem Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung geehrt.
Am vergangenen Donnerstag haben sich Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Gunzenhausen, der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Franken-Süd und der Rechtlergemeinschaften auf dem Holzlageplatz in Oberhambach getroffen. Anlass war die bevorstehende Auszeichnung mit dem Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung, die Mitte Oktober in München durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus verliehen wird. Der Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wir brauchen den Wald – der Wald braucht uns!“ – ein Leitgedanke, der die Gunzenhäuser Waldprojekte treffend beschreibt.
Seit 2006 arbeitet die Stadt in enger Kooperation mit der FBG an der Zukunftsfähigkeit des städtischen Waldes. Der Klimawandel stellt dabei eine zentrale Herausforderung dar: Borkenkäfer, Eschentriebsterben oder das Absterben von Kiefern machen auch vor Gunzenhausen nicht Halt. Deshalb werden die 371 Hektar Stadtwald kontinuierlich umgebaut – hin zu artenreichen, klimaresilienten Mischwäldern.
Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz betonte beim Termin die Bedeutung dieser Arbeit: „Der Waldumbau ist ein generationenübergreifendes Zukunftsprojekt, das wir nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit vieler Akteure erfolgreich meistern können.“
Ein Großteil der Waldflächen, rund 238 Hektar wird von den Rechtlergemeinschaften gepflegt und bewirtschaftet. Unter intensiver Betreuung der FBG-Förster und im ständigen Austausch mit Stadt, AELF und Forstunternehmen entstehen nach und nach vielfältige Waldstrukturen. Fachliche Grundlage dafür sind regelmäßig erstellte Forstbetriebsgutachten.
Seit 2015 wurden über 100.000 standortgerechte Forstpflanzen gesetzt, bis 2030 sollen mehr als 60 Hektar neuer Laub- und Mischwald begründet werden.
Neben der forstlichen Arbeit liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Einbindung der Bevölkerung. So entstanden Waldklassenzimmer bei der Grundschule Süd, es werden regelmäßig Schulungsprogramme für Erwachsene angeboten, und die Agenda-21-Gruppe begleitet mit dem Zukunftswald ein generationenübergreifendes Projekt. Diese Initiativen machen den Stadtwald zu einem Lern- und Erlebnisraum für alle Generationen.
FBG-Förster Gernot Handke erläuterte: „Unsere Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels sind durchdachte, langfristige Konzepte, die Natur, Wirtschaftlichkeit und Erholung gleichermaßen berücksichtigen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Die Preisverleihung des Staatspreises für vorbildliche Waldbewirtschaftung, der als höchste Auszeichnung in der Forstbranche gilt, findet am 15. Oktober 2025 in München statt.