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Heinrich Eidam gelang es 1897 im Bereich der Pfarrkirche in Gunzenhausen Teile der Umwehrung und des Mittelgebäudes eines römischen Kastells nachzuweisen. Das 86 x 80 m große Lager besaß von Wehrtürmen gesicherte Toranlagen und war nach Norden zum Limes hin ausgerichtet, der etwa 320 m nördlich das Altmühltal passierte. Aufgabe der Kastellbesatzung war vermutlich die Überwachung des Altmühlübergangs und der hier verlaufenden Straßenverbindungen.
Mit 0,7 ha entspricht die Größe des Kastells Militärlagern wie etwa Dambach oder Ellingen und gehört damit zu den sog. Numeruskastellen. Diese Kastelle lagen dicht an der Grenze, im Vorfeld der großen Kohortenkastelle. Auf den Schultern der 100-200 Mann starken Besatzungen (Numeri) ruhte der eigentliche Grenzdienst, wie die Überwachung der Limeslinie oder Aufklärungsdienste.
Vom Kastellvicus - dem zu jedem römischen Kastell gehörenden Lagerdorf - fehlen in Gunzenhausen bisher sichere Spuren. Sie liegen unter dem mittelalterlichen, dicht bebauten Kern der Stadt.
Brandspuren und ein 400 m östlich des Kastells entdeckter Münzschatz, dessen jüngste Prägung in die Jahre 241/243 n. Chr. datiert, spiegeln möglicherweise die gewaltsame Zerstörung des Kastells und seiner Zivilsiedlung im Zuge eines der zahlreichen Germaneneinfälle kurz nach der Mitte des 3. Jrh. n. Chr. wider.
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