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Das Toraschild der Familie Dottenheimer

Das Toraschild der Familie Dottenheimer
Thoraschild der Familie Dottenheimer Foto: Jüdisches Museum Franken
Das Toraschild der Familie Dottenheimer

Zentrum des religiösen und gesellschaftlichen Lebens der jüdischen Gemeinde ist die Synagoge. Dort finden die täglichen Gebete statt und werden Feiertage begangen. Wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes ist die Tora-Rolle, die aus den in hebräischer Sprache niedergeschriebenen Fünf Bücher Mose besteht.

In einem besonderen Schrein (Aron hakodesch) an der Synagogenostseite verwahrt, wird an einem erhöhte Pult (Almemor) aus der Tora-Rolle vorgelesen. Verschiedene Ritualobjekte dienen zum Schmuck der Tora und verdeutlichen damit deren Verehrung und Wertschätzung.

Beim Tora-Schild (Tass) der Familie Dottenheimer aus Gunzenhausen handelt es sich um die außergewöhnliche Arbeit eines Nürnberger Goldschmiedes des frühen 18. Jahrhunderts mit aus Silber gedrückten Löwen, Einhörnern, einem Adler und Glasflussbesatz. Durch die Heirat der aus Gerolzhofen stammenden Frieda Reinhardt mit Sigmund Dottenheimer kam es 1913 nach Gunzenhausen. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten hatte die Familie keine Möglichkeit, ihr Eigentum mitzunehmen. Über Umwege gelang das Tora-Schild nach Fürth, wo es bis zur Kontaktaufnahme mit den in Amerika lebenden rechtmäßigen Besitzern Steven Dottheim und Faye Dottheim-Brooks im Jüdischen Museum Franken ausgestellt wurde.

Nach mehr als 60 Jahren schmückte das Tora-Schild im Februar 2003 anlässlich der Bat Mitzvah von Kara Brooks, New York wieder eine Tora-Rolle und war damit erstmals wieder in einen jüdischen Gottesdienst eingebunden. Freundlicherweise stellt die Familie Dottheim-Brooks das Tora-Schild dem Museum Gunzenhausen für Ausstellungszwecke zur Verfügung.

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