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Entstehung des Museums
Eine Person ist mit der Geschichte des Städtischen Museums Gunzenhausen untrennbar verknüpft: Dr. Dr. Heinrich Eidam. Der am 4. Juni 1849 Geborene ließ sich 1878 als praktischer Arzt in der Altmühlstadt nieder und gründete hier bereits im September 1879 den Verein von Altertumsfreunden, den heutigen Verein für Heimatkunde.

Weit über Gunzenhausens Grenzen hinaus war Eidam für seine bedeutenden Forschungen auf früh- und vorgeschichtlichem Gebiet bekannt. Zahlreiche Ausgrabungen führte er in näherer und weiterer Umgebung durch und viele der dabei aufgefundenen Objekte sind heute im Besitz des Städtischen Museums Gunzenhausen. Obgleich sich diese nahezu ausschließlich in Depoträumen befinden, sind dennoch Überlegungen im Gange, die reichhaltige Sammlung an römischen, alamannischen und fränkischen Artefakten ihrem Dornröschen-Schlaf zu entreißen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

1892 erfolgte die Ernennung Eidams zum Reichslimesstreckenkommissar und 1921 zum Ehrenbürger Gunzenhausens. 1930 erhielt er die Ehrendoktorwürde der philosophischen Fakultät der Würzburger Universität verliehen.

Mit der Realisierung seines Museumsprojektes begann Eidam 1906 mit der Unterbringung der zwischenzeitlich beträchtlich angewachsenen Sammlung im städtischen Wohngebäude Weißenburger Straße 44 (Bezirkskommando).

Hier hätte dieser Bestandteil kommunalen Kulturlebens beinahe ein jähes Ende gefunden, als noch im gleichen Jahr ein Brand die Ausgrabungsfunde um ein Haar vernichtete, und es nur einigen mutigen Personen zu verdanken war, daß die Exponate vor diesem Schicksal bewahrt wurden.

Am 4. September 1921 wurde in den ausgebauten Dachgeschoßräumen der damaligen Realschule (vormals Schranne; heute steht an dieser Stelle ein Kaufhaus) das ‘Städtische Museum Gunzenhausen’ feierlich seiner Bestimmung übergeben. Dessen Gründer, Dr. Heinrich Eidam, verstarb am 5. April 1934 und wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung auf dem Alten Friedhof bestattet.

Mit dem Erwerb des Anwesens Marktplatz 48 (sog. Palais Heydenab oder Feldmeier-Haus), einem stattlichen, 1748 nach Plänen des bekannten markgräflichen Baumeisters Johann David Steingruber errichteten Barockbau, im Jahre 1938 durch die Stadt Gunzenhausen, war es möglich, die frühgeschichtlichen und volkskundlichen Museumsabteilungen im passenden Rahmen dem Publikum zu zeigen.

Hier verblieben sie unter Obhut von Musemsbetreuer und Kunstmaler Michl Hertlein, einem langjährigen Eidam-Mitarbeiter, dessen Gattin Edith sowie des verdienstvollen Heimatforschers Willi Lux bis zur Schließung des Museums 1976 bzw. Auslagerung der Gegenstände 1982.

Ein neues Kapitel Gunzenhäuser Museumsgeschichte wurde 1984 mit der Eröffnung des Städtischen Museums im Gebäude Rathausstraße 12 aufgeschlagen, wo sich gegenwärtige und künftige Generationen anhand geschichtsträchtiger Ausstellungsobjekte ein Bild vom Leben und Schaffen unserer Voreltern machen und sich mit ihrer Phantasie in vergangene Zeiten entführen lassen können.

Seit 1994 ist der örtliche Fremdenverkehrsverein u.a. für die personelle Betreuung und die Organisierung von Sonderausstellungen verantwortlich. Gleichwohl bleibt die Stadt Gunzenhausen weiterhin Trägerin sowie Hüterin ihres Museums und seiner Gegenstände und ist sich der Ehre und der daraus resultierenden Verpflichtungen einer langjährigen Museumstradition voll bewußt.

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